Zu Ehren von Rudolf Pikola und Hans Schuhbeck: „Miesbach sagt Danke“

Ralf Hermann und Fritz Weigl sprachen vor dem Archivbild von Militärbischof Kardinal Wendel und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß, die von Rudolf Pikola als fiktives Gespräch verfasste Satire nach (von links). Foto: Jürgen Steinborn
Ralf Hermann und Fritz Weigl sprachen vor dem Archivbild von Militärbischof Kardinal Wendel und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß, die von Rudolf Pikola als fiktives Gespräch verfasste Satire nach (von links).
Foto: Jürgen Steinborn

 

Wahrlich große Fußstapfen haben die beiden Bürgermeister Rudolf Pikola und Hans Schuhbeck in den insgesamt 30 Jahren ihres Wirkens in Miesbach hinterlassen. Diese auszufüllen, ist für Ihre Nachfolger nicht leicht. Das zeigte bereits die Ausstellung in der Stadtbücherei und noch mehr der Abend „Miesbach sagt Danke“ in der Rudolf-Pikola-Schule. Der Anlass dafür waren…der 100. Geburtstag von Pikola und der 90. Geburtstag von Schuhbeck, in diesem Jahr. „Pikola – Du bist unser Bester“, sangen Kulturreferentin Inge Jooß, Hermann Kraus, Regina Weber-Toepel, Annemarie Brinz, Fritz Weigl sowie Dagmar und Ralf Herrmann. Sie zitierten damit ein Ständchen, das im Jahr 1963 spontan in der beliebten Radiosendung „Bayerisches Karussell“ kreiert wurde. Die Sängerinnen und Sänger waren gleichzeitig die Akteure der szenischen Lesung zu Ehren der beiden SPD-Bürgermeister.

Viele Gemeinsamkeiten

Unter der Leitung der Miesbacher Kulturreferentin Inge Jooß und dem stellvertretenden SPD-Ortsvorsitzenden und ehemaligen Stadtrats Hermann Kraus erfuhren die zahlreichen Zuschauer viel Wissenswertes über die beiden SPD-Bürgermeister Pikola und Schuhbeck. Sie hatten vieles gemeinsam: Beide waren als Soldaten im Krieg, wirkten prägend als Pädagogen, hatten eine musische Ader und wurden von politisch Andersdenkenden mit extremer Härte angegangen. Als Bürgermeister wirkten sie ausgleichend und hatten besonders ein Auge auf die, die finanziell nicht so gut ausgestattet waren.

Ihre Verdienste wurden illustriert von persönlichen Erinnerungen, historischen Raritäten und kleinen Theaterstücken. So beschrieb Inge Jooß die geistige Enge der 50iger Jahre. Hermann Kraus fand bei seinen Recherchen zahlreiche Dokumente und Fotos sowie Sprachaufnahmen des Bayerischen Rundfunks. Ralf Hermann und Fritz Weigl trugen ein fiktives Gespräch zwischen Militärbischof Joseph Kardinal Wendel und dem damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß vor. Diese Satire aus der Feder Pikolas hatte mit dazu geführt, dass die katholische Kirche seine Versetzung als Lehrer betrieb. Sie hielt ihn für für die katholische Bekenntnisschule nicht mehr tragbar.

Wohnraum für alle

Miesbachs zweiter Bürgermeister Paul Fertl erinnerte an die städtebaulichen Verdienste von Hans Schuhbeck. Seine Einheimischen-Programme verhalfen vielen jungen Familien zu einem eigenen Haus. Vhs-Leiterin Veronika Weese sprach über die „Volkshochschule damals und heute“, die von Pikola gegründet und von Schuhbeck gefördert wurde.

Abgerundet wurde der Abend mit dem von Rudolf Pikola geschriebene Stück „Der Rattenfänger von Hameln“, das die Kindertheatergruppe unter Leitung von Inge Jooß aufführte. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Walter Kohlhauf und die „Miesbacher Musikanten“.. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch die tatkräftige Unterstützung der Rudolf-Pikola-Schule mit Schulleiter Peter Müller, dem Kollegium und den Schülern. So servierten die Neuntkässlerinnen der Mittelschule souverän einen kleinen Imbiss.

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